Geschichte des Ju-JutsuGegen 1900 kamen aufgrund der Handelsbeziehungen mit Japan immer mehr japanische Matrosen nach Deutschland. Sie brachten auf ihren Schiffen nicht nur begehrte Güter mit, sondern auch Kampfsportarten wie das Jiu-Jitsu. Das importierte Jiu-Jitsu wurde dann mit vielen Techniken aus den heimischen Kampfsportarten (Ringen und Boxen) vermischt.
Im Jahr 1906 gründete Erich Rahn als Pionier die erste Jiu-Jitsu Schule in Deutschland. Er etablierte das Jiu-Jitsu in Deutschland. Die beiden "Altmeister" Alfred Rhode und Otto Schmelzeisen (beides Schüler von Rahn) verbreiteten dann zusammen mit Erich Rahn das Jiu-Jitsu weiter in Deutschland.
Gegen Ende der 60er Jahre waren dann alle "großen" Kampfsportarten (Aikido, Judo und Karate) unter dem Dachverband des Deutschen Judo Bundes organisiert. Das "alte" europäische Jiu-Jitsu war nur noch vereinzelt als Judo - SV (SV = Selbstverteidigung) zu finden und technisch überholt.
Judo und Karate waren hauptsächlich auf den Wettkampfbereich ausgelegt und Aikido hatte überwiegend den moralischen und philosophischen Aspekt vor Augen. Dies machte es notwendig ein neues System zu erschaffen, welches sich lediglich dem Gebiet der Selbstverteidigung widmet. Man suchte sich geeignete Grundformen und Techniken aus dem Aikido, Judo und Karate und im Jahre 1969 wurde unter Leitung von Franz-Josef Gresch das Ju-Jutsu offiziell in Deutschland eingeführt. Franz-Josef Gresch ist Ehrenpräsident des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes und Träger des 9. Dan.
Das "alte" Jiu-Jitsu wurde allerdings nicht vollständig vergessen, so dass auch Techniken aus dem Jiu-Jitsu und mittlerweile auch aus etlichen anderen Kampf- und Selbstverteidigungssportarten Einzug in das Ju-Jutsu gehalten haben. Am 01.01.2000 trat eine weitere überarbeitete Prüfungsordnung in Kraft, durch die sich das Ju-Jutsu noch mehr gegenüber anderen Systemen geöffnet hat. Dadurch erfährt das Ju-Jutsu eine technische Freiheit und Vielfältigkeit, wie sie in keiner anderen Kampfsportart zu finden ist. |
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